Fütterung

Seitdem es fast nur noch Nachzuchten gibt, ist die Fütterung der Pullaria kein Problem mehr. Jedoch wird jeder Züchter seine eigenen kleinen Kniffe haben. Ich beziehe mich auf die Fütterung meiner Tiere und setze die allgemeinen Regeln zur Fütterung von Papageien, frisches Wasser usw., als bekannt voraus.

Meinen Tieren steht ständig die Körnermischung von ” Deli Nature Nr. 68 ” als Grundfutter zur Verfügung. Es ist für alle Agaporniden geeignet ( ohne Sonnenblumenkerne ). Aus dieser bereite ich auch mein Keimfutter. Täglich reiche ich Äpfel und Möhren. Etwa zweimal pro Woche bekommen sie getrocknete Feigen und die Blätter vom Chicoree. Ab und zu gebe ich als Leckerbissen Kolbenhirse, aber nicht zuviel, da sie sonst alles Andere liegen lassen und die Ernährung dann zu einseitig wäre. Als Vitaminzugabe erhalten sie Korvimin (ZVT + Reptil). Dabei feuchte ich die Kolbenhirse an und streue das Pulver darüber. Um den Bedarf an tierischem Eiweiß zu decken, bekommen sie  ” Claus Fett-Alleinfutter Typ 2 grün ”  zur ständigen Aufnahme. Meine Pullaria sind schwer, bzw. gar nicht an Grünfutter zu gewöhnen; Vogelmiere zum Beispiel.  Was sie allerdings alle, ohne Ausnahme, mit höchstem Vergnügen fressen, ist Löwenzahn. Dessen Blüte, kurz bevor sie zur ” Pusteblume ” mutiert, erzeugt bei ihnen einen regelrechten Heißhunger. Dabei schneide ich das obere Drittel ab. So kommen sie leichter an die Samen. Leider findet man sie nur bis März/April. Alle meine Einfrierversuche schlugen bedauerlicherweise fehl.

Ein schon verstorbener Züchter aus der Schweiz gab mir damals, es war zu Beginn meiner Pullariazucht, einen Tipp: ich solle doch möglichst einmal pro Woche frische Weidenzweige geben; die Orangeköpfchen bräuchten diese zur Gefiederpflege. Ich bezweifelte das, gab aber dennoch meinen Tieren frische Weidenzweige und wurde eines Besseren belehrt.  Ich beobachtete zufällig, wie sie kleine Rindenstückchen abknabberten und sich diese unter das Gefieder rieben. Dieser erfahrene Züchter hatte also Recht. Außerdem knabbern sie die Rinde restlos ab wobei sie auch den Rindensaft aufnehmen.  Abgesehen davon sind sie sinnvoll beschäftigt und kommen auf keine dummen Gedanken. Seitdem bekommen sie möglichst wöchentlich ihre Weidenzweige. Dem Trinkwasser füge ich einige Tropfen Zitrone bei. Dadurch wird das eventuell enthaltene Nitrat unschädlich gemacht.

Pullaria sind aber auch ein wählerisches Völkchen. Werden ihnen mal andere Äpfel oder andere Möhren als gewohnt angeboten, nehmen meine Damen und Herren diese, wenn überhaupt, nur sehr zögerlich an. Wobei die Apfelsorte “Braeburn” absoluter Favorit ist und bei  den Möhren die süßen bevorzugt werden. Vor Überraschungen ist man somit nie sicher. Man sollte trotzdem immer wieder versuchen, Neues anzubieten. Viel Glück!